Mit EU-Milliarden zu mehr künstlicher Intelligenz

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Guten Tag,es scheint fast so, als gäbe es eine direkte Standleitung zwischen dem Messegelände in Hannover und dem Berlaymont-Gebäude in Brüssel, dem Sitz der EU-Kommission. Anfang vergangener Woche stellte der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) auf einer Pressekonferenz auf der HANNOVER MESSE eine Studie zur künstlichen Intelligenz (KI) vor. Sie attestiert Deutschland auf diesem Technologiefeld einen deutlichen Rückstand zu China und den USA. Andere europäische Länder hinken sogar noch weiter hinterher. Deutschen Unternehmen fehlt es laut der Studie häufig an Kompetenzen und Fachkräften aus diesem Bereich. Es hat nur einige Tage gedauert, bis aus Brüssel eine Nachricht kam, die wie eine Therapie zu diesem Befund zu sein scheint.

Die EU-Kommission hat angekündigt, kräftig in die künstliche Intelligenz zu investieren. Konkret bedeutet das die Aufstockung des Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizont 2020“ im Zeitraum 2018 bis 2020 auf 1,5 Milliarden Euro. Das Geld geht zwar nicht nur in die KI-Forschung, soll aber zu einem großen Teil diesem Technologiebereich zu Gute kommen. Darüber hinaus sollen der Europäische Fonds für strategische Investitionen und der Venture Capital-Fonds der EU, VentureEU, Unternehmen zusätzliche Mittel für KI-Investitionen bereitstellen. Was alles im Maßnahmenpaket der EU steckt, können Sie in der News der Woche lesen.

Klar, dass so ein Programm etwa den europäischen Roboterherstellerverband EUnited Robotics interessiert. Er hat es bereits gelobt, besonders weil es mehr Venture Capital bereitstellt. Das Programm ist aber auch im globalen Vergleich ernst zu nehmen. Zum Vergleich: China hat Anfang des Jahres verkündet, für satte 1,76 Milliarden Euro einen KI-Gewerbepark in Peking zu errichten. 400 Firmen sollen sich dort ansiedeln. Chinas deklariertes Ziel ist es, bis 2030 weltweit die Nummer eins in der KI zu werden.

KI bietet enorme Potenziale auch für die Logistik. Ob man sie in autonomen Fahrzeugen, Systemen zur Verkehrssteuerung oder in automatisierter Einkaufssoftware einsetzt: KI kann die Sicherheit und Effizienz steigern. Allerdings vermehren sich mit dem Einsatz der KI auch die Bedenken. Wird sie massenweise Jobs vernichten? Wer haftet, wenn die KI in einem Fahrzeug ein Hindernis nicht richtig erkennt und dagegen fährt? Diese und solche Fragen tauchen immer wieder auf.

Das Programm der EU will auch diese heißen Eisen anfassen. Sie will mit Bildungsmaßnahmen die Gesellschaft fit für die KI machen und auf die mit ihr verbundenen sozioökonomischen Veränderungen vorbereiten. Zudem will die Kommission verlässliche ethische und rechtliche Rahmenbedingungen für die KI schaffen. Das ist richtig. Um das Potenzial einer neuen Technologie zu entfalten, reicht es nicht, sie zu erforschen. Man muss den Menschen die Angst davor nehmen und ihnen zeigen, wie sie sie nutzen können. Mit diesem Aspekt ihres Programms greift die EU-Kommission übrigens das Leitmotiv der VDI-Pressekonferenz in Hannover auf. Ihr Motto lautete: „Künstliche Intelligenz – Angst vor dem Kontrollverlust?“.

Eine angstfreie und inspirierende Lektüre wünscht Ihnen

László Dobos
Redakteur LOGISTIK HEUTE

Redaktion (allg.)

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