Logix Award 2017: Der deutsche Logistikimmobilien-Oscar ging an …

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Guten Tag,vor Kurzem ist der erste Tag der Immobilien-Fachmesse EXPO REAL in München zu Ende gegangen. Höhepunkt für alle, die sich in der Logistikimmobilienszene bewegen, war erneut die feierliche Verleihung des Logix Awards: Vertreter der Hamburger ECE-Projektmanagement GmbH konnten am frühen Abend die alle zwei Jahre vergebene Trophäe in Empfang nehmen. Herzlichen Glückwunsch im Namen des LOGISTIK HEUTE-Teams an die Entwickler aus der Hansestadt!
 
Doch in diesem speziellen Fall ist nicht nur dem Developer zu gratulieren, sondern allen Beteiligten, die zum Zustandekommen dieses herausragenden Immobilienprojekts beigetragen haben. Bereits bei der Jurysitzung im August war mir als Juror klar, dass unter allen 13 starken Bewerbern die vom Intralogistiker Still genutzte Immobilie ein Logistikzentrum ist, über dessen Entstehungsgeschichte noch lange gesprochen wird.
 
Warum? Schon allein die Lage in Billbrook nahe dem Hafen ist herausragend. Doch das ist gleichzeitig das größte Problem: Bekanntlich ist der Boden in Hafengegend durch die Nutzung der Industrie und die Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg so kontaminiert, dass so mancher Entwickler so ein Standortfiletstück aus Angst vor Kosten und Umweltauflagen links liegen lassen würde. Nicht so ECE.
 
Der Entwickler entschied sich mit allen Beteiligten für eine komplette Versiegelung der Lagergrundfläche auf dem ehemaligen Fabrikgelände von Colgate-Palmolive. Der Entwickler bekam die Fläche zwar von der Stadt für einen Euro zum Verkauf angeboten, hatte aber hohe Umweltvorschriften zu beachten. Nur dank eines Zusammenspiels von Stadt, Umweltbehörden und Entwickler konnte das Projekt zum Fliegen kommen. Übrigens: Laut der Hamburger Umweltbehörde gibt es in der Hansestadt noch mehr als 350 Altlasten, die saniert werden müssten, bevor die Flächen bebaut oder neu genutzt werden.
 
Die Immobilie selbst ist nach sehr hohen sozialen und ökologischen Standards errichtet worden. Und der Entwickler hat die Anlage so geplant, dass sie gleichzeitig den nutzerspezifischen Kriterien von Still genügt und trotzdem die Chance besteht, dass neue Nachmieter gefunden werden könnten. Von dem Objekt ließ sich auch der Investor Deka Immobilien beeindrucken – und kaufte es kurzerhand.
 
Wer sich jeden Tag über das neue Lager freut, sind die 160 Mitarbeiter von Still, die dort unter anderem den Fahrzeugversand betreiben. Wäre die Anlage nicht unweit des Still-Stammsitzes entstanden, müssten sie heute womöglich lange Pendelwege in Kauf nehmen.
 
Gratulieren darf man auch DHL zum Sonderpreis für neue City-Logistik-Konzepte. Der gelbe Riese bekam die Trophäe für das Konzept „DHL MechZB-Netzwerk“. Denn bereits 2011 legten die Bonner mit den Umschlaganlagen den Grundstein, um der Paketflut durch den E-Commerce-Boom Herr zu werden. Die inzwischen 80 Anlagen sind keine Ausweitung des Netzes, sondern eine Strategie, um die Leistung der Supply Chain deutlich zu steigern. Damit will sich der Konzern vom Wettbewerb abheben – übrigens genauso wie mit der eigenen Produktion seiner E-Fahrzeuge unter dem Label „StreetScooter“.

Damit zeigt das Unternehmen Daimler, VW und Co., die vor einigen Jahren weder die passenden E-Fahrzeuge für die Post hatten noch daran dachten, solche zügig zu entwickeln, die lange Nase. Da nahmen die Bonner die Sache einfach selbst in die Hand. Auch hier gilt: Hut ab!
 
Von der EXPO REAL grüßt Sie
 
Thilo Jörgl
Chefredakteur LOGISTIK HEUTE

Thilo Jörgl
ehem. Chefredakteur (bis 2018)

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