Logistikimmobilien – Vom Schmuddelkind zum Wirtschaftstreiber

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Guten Tag, „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ sang der Liedermacher Franz Josef Degenhardt einst so treffend und meinte das in Bezug auf die spießige Gesellschaft der Nachkriegsjahre durchaus kritisch. Und wer kennt das nicht aus dem eigenen Elternhaus. Es gab eben Kinder in Schulklasse und Nachbarschaft, die man besser nicht mit zum Abendessen nach Hause brachte. Das Argument: Die sind kein Umgang für dich.

Der Assetklasse Logistikimmobilien muss es lange Jahre sozusagen genauso gegangen sein. Schmuddelkind und Gummistiefelabteilung waren da noch die harmloseren Beschimpfungen aus dem Lager der Luxus- und Wohnimmobilien. Zu klein, zu unwichtig und vor allem zu unrentabel waren Lager und Distributionszentren. Kurz, ein Bereich den man schlicht nicht ernst nehmen musste.

Diese Zeiten sind lange vorbei. Wie die Studie „Logistikimmobilien – Dreh- und Angelpunkte der Supply Chain. Bedeutung, Funktion und Ansiedlungseffekte“ bereits so treffend im Titel vorwegnimmt, werden Ansiedlungen im Logistikbereich zunehmend als unverzichtbares Element der gesamten Lieferkette begriffen.

So fasst die Studie, die von der Initiative Logistikimmobilien (Logix) herausgegeben wurde, laut Autorenteam zusammen, dass allein dieser Bereich je Standort eine Wertschöpfung von rund 30.000 bis 70.000 Euro pro Kopf und Jahr erwirtschaftet und 37 bis 53 Arbeitsplätze pro Hektar Grundstücksfläche schafft (siehe News der Woche).

Und auch die Immobilienmesse EXPO REAL, die am 4. Oktober ihre Tore öffnete und am heutigen Donnerstag endet, zeigte mit Sonderveranstaltungen und Fachforen zum Thema Logistikimmobilien und Stadtlogistik, wie wichtig der Bereich inzwischen für den Immobiliensektor geworden ist.

Bei einem derart steilen Aufstieg in die Riege der etablierten Immobilienklassen liegt der Vorwurf nahe, dass Logistikimmobilien von Sylt bis zur Zugspitze ab sofort die Landschaft zupflastern und damit die Wohnburgen an den Stadträndern ablösen. Hier verneint die Studie ganz klar und warnt vor Pauschalisierungen. Bei der Diskussion um neue Ansiedlungen müssten Unterschiede in Sachen Flächenverbrauch, Verkehrsbelastung und Beschäftigungswirkung berücksichtigt werden. Gut so, denn Allgemeinplätze führen ja nicht selten zu neuen Stereotypen.

Welche Standorte gerade im Kommen sind, worin sie sich unterscheiden und worauf es bei Logistikansiedlungen derzeit ankommt, zeigt auch das LOGISTIK HEUTE-Sonderheft 2016 „Logistik-Immobilien & Standorte“, das am 21. September erschienen ist.

Eine vorurteilsfreie und erkenntnisreiche Lektüre wünscht Ihnen

Sandra Lehmann
Redakteurin LOGISTIK HEUTE

Sandra Lehmann
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