LogiMAT 2017 eröffnet: Ausgezeichnete Produkte für die Welt von morgen

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Guten Tag, pünktlich um 9:00 Uhr hat die Intralogistik-Fachmesse LogiMAT 2017 in Stuttgart heute ihre Tore geöffnet. Drei Tage lang wird die Schwabenmetropole wieder eine Wissensdrehscheibe für Supply Chain Manager und Logistiker aus nah und fern sein. Schon bei der Eröffnung konnte Messechef Peter Kazander einen Rekord verkünden: 1.380 Aussteller zeigen dieses Jahr ihre Neuigkeiten. Mehr Unternehmen aus der Intralogistik findet man in Europa sonst nirgendwo auf einer jährlich stattfindenden Messe auf einem Fleck vereint.
 
Aber Ausstellerzahlen zählen für einen Besucher nur wenig. Wichtiger ist, ob er bei seinem Messerundgang interessante, inkrementelle Weiterentwicklungen und radikal neue Innovationen findet. Er will wissen, welches Produkt oder Tool ihm künftig den intralogistischen Alltag wesentlich erleichtert – und ihm gegebenenfalls einen Vorsprung zum Wettbewerb verschafft.
 
Solche Lösungen findet man in den seit Ende 2016 ausverkauften Messehallen zuhauf. Als Mitglied der Jury „Bestes Produkt“ der LogiMAT habe ich mich bereits im Januar durch mehrere Dutzend Bewerbungen geackert. Das war keine Qual, sondern hochspannend. In jeder der drei Produktkategorien entdeckte ich mindestens eine Handvoll Produkte, die eine Auszeichnung verdient gehabt hätten. Letztlich mussten die Juroren sich aber auf einen Sieger pro Kategorie festlegen.
 
Wer das Siegertrio (News des Tages) studiert, dem sticht ins Auge: Das sind Produkte und Lösungen für die Logistikwelt von morgen. Sieger in der Kategorie „Software, Kommunikation, IT“ ist die Swisslog AG mit ihrem „Condition Monitoring“. Damit kann der Zustand der Mechanik einer Intralogistikanlage permanent überwacht werden – moderner Sensorik sei Dank. Und eine App ermöglicht nicht nur die Analyse des aktuellen Zustands, sondern kann auch zur Simulation von Szenarien verwendet werden.
 
Apropos Sensorik: Weil die Technologie in den vergangenen zehn Jahren enorme Fortschritte machte, konnte die Conbee GmbH einen innovativen RFID-Transponder entwickeln, der laut dem Hersteller eine Reichweite von bis zu 25 Kilometer hat. Damit liegt das Unternehmen in der Kategorie „Identifikation, Verpackungs- und Verladetechnik, Ladungssicherung“ ganz vorne.
 
Ebenfalls ausgezeichnet: der „Pick-it-Easy Robot“, ein vollautomatischer Kommissionierroboter der Knapp AG. Die Österreicher haben es in den Griff bekommen, den hochkomplexen Greifvorgang der menschlichen Hand in eine Kiste durch einen Roboter zu ersetzen. Substituiert das Gerät zwei Arbeitsplätze im Zweischichtbetrieb, ergibt sich dem Hersteller zufolge eine Amortisationszeit von nur eineinhalb Jahren.
 
Kritiker der vierten industriellen Revolution werden nun argumentieren, dass durch solche Robotik-Entwicklungen künftig viele Arbeitsplätze wegfallen. Ja, stimmt. Es gehört aber auch zur ganzen Wahrheit, dass das Picken von 1.000 Schachteln pro Stunde ein verdammt öder − und fehleranfälliger − Job ist, den keiner gerne macht. Deutlich entspannter ist da beispielsweise die Überwachung solcher Roboter und Maschinen. Somit werden in der Welt von morgen auch neue, aber andere Jobs entstehen. Sie gut zu erledigen bedarf aber auch einer besseren Qualifikation der Intralogistikmitarbeiter. Das wiederum wird eine der großen Herausforderungen für die Arbeitswelt von morgen – für die Unternehmen, aber vor allem für die Schulen und Bildungseinrichtungen.
 
Es grüßt Sie herzlichst von der LogiMAT
 
Thilo Jörgl
Chefredakteur LOGISTIK HEUTE
 
PS: Falls Sie nicht auf der LogiMAT sein sollten, haben Sie erstmals die Möglichkeit, sieben Expertenrunden über aktuelle Intralogistiktrends live auf Ihrem PC oder Tablet zu verfolgen – dank eines Streamings. Wir sind nämlich exklusiver Medienpartner des Experten- und Dialogforums „LET’S TALK – die Expertenrunde von SSI Schäfer“. Der Intralogistikanbieter präsentiert die Premiere der Veranstaltungsreihe heute um 13 Uhr auf seinem Stand in Halle 1 (Stand 1/D21) im Rahmen der LogiMAT. Sie kommen auf das Streaming unter „lets-talk.ssi-schaefer.com“. Wer tagsüber keine Zeit zum Zuschauen hat, kann die Sequenzen sowie kurze Zusammenfassungen auch im Nachgang noch unter www.logistik-heute.de oder unserem Youtube-Channel abrufen. Welches Thema wann diskutiert wird, erfahren Sie hier.

Thilo Jörgl
ehem. Chefredakteur (bis 2018)

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