Künstliche Intelligenz: Warum Mathematik jetzt cool ist

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Guten Tag, Mathematik erfreut sich gemeinhin nicht besonders großer Beliebtheit. Das mag daran liegen, dass ein Großteil der Bundesbürger mit diesem Fach noch aus Schulzeiten eher Versagensängste verbindet. Oder daran, dass der Mathematik, ebenso wie den übrigen Naturwissenschaften, eher der Beigeschmack des Nerdigen anhaftet statt gelassener Coolness. Die Wissenschaft könnte aber auch deshalb so unterschätzt sein, weil wir bereits Kindern und Jugendlichen nicht ausreichend vermitteln, was Mathematik alles Tolles kann. Diesen Verdacht äußerte zumindest Prof. Dr. Alexander Martin, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS, kürzlich in einem Gespräch mit LOGISTIK HEUTE.

Da trifft es sich ausgezeichnet, dass Martin zusätzlich seit Kurzem das ADA Lovelace Center for Analytics, Data and Applications in Nürnberg leitet. Dort, so der Wissenschaftler, soll ergründet werden, was künstliche Intelligenz in tatsächlichen Anwendungen für Industrie, Handel, Logistik und weitere Wirtschaftsbereiche leisten kann. Unabdingbar dafür seien nicht nur die verschiedenen Arten des maschinellen Lernens, sondern auch die sogenannte mathematische Optimierung. Damit könnten große Problematiken in Unternehmen berechnet und gelöst werden, betonte Martin in seiner Rede zur Eröffnung des ADA am 4. Dezember 2019.

Haben wir die Mathematik also viele Jahrzehnte zu Unrecht unterschätzt und in die Ecke gestellt? Könnte sein. Denn man sei, wie Martin sagte, mit mathematischer Optimierung in der Lage, ganz wunderbare Effizienzpotenziale zu heben – vor allem an Stellen, an denen man diese nicht vermutet hätte. So optimierte der Wissenschaftler mit seinem Team vor Kurzem die Bestückung von Geldautomaten einer großen Bank. Martin wettete mit dem skeptischen Verantwortlichen des Geldinstituts einen hohen Betrag, dass der mathematische Ansatz seinen bisherigen logistischen Bemühungen haushoch überlegen sei – und gewann.

Sich trotz Skepsis und Widerstand durchzusetzen passt dann auch sehr gut zu der neuen Forschungseinrichtung, die nach Augusta Ada Byron King oder kurz Ada Lovelace benannt ist. Die britische Mathematikerin, die im 19. Jahrhundert an der ersten „Analytical Engine“ mitarbeitete, wurde aufgrund ihres Geschlechts stets unterschätzt. Heute gilt sie vielen als erste Programmiererin der Welt und damit auch als Mutter dessen, was wir künstliche Intelligenz nennen.

In unserer News der Woche verraten wir, was am ADA Lovelace Center noch geboten ist und welche Unternehmen mit der Forschungseinrichtung bereits kooperieren.

Eine erkenntnisreiche Lektüre und eine schöne Adventszeit wünscht

Sandra Lehmann
Redakteurin LOGISTIK HEUTE

Sandra Lehmann
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