Handel von morgen – wissen, was Kunden wollen?

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Guten Tag, ginge es nach Pepper, dem kulleräugigen Serviceroboter des japanischen Herstellers Softbank, dann würde er mir beim Einkaufen geradewegs die Richtung zur Schuh- und Taschenabteilung weisen. Sie ahnen es sicher – weil ich eine Frau bin. Das jedenfalls tat der kleine maschinelle Helfer auf dem ECR Tag 2017 kund, der gerade in München stattfindet. Dort durfte Pepper nicht nur Moderator Uwe Schulz assistieren, sondern auf der Bühne auch Tipps darüber zum Besten geben, wie man Kunden die Wünsche von den Augen abliest. Schließlich kann der „Roboter-Gefährte“ aus Fernost Mimik und Gestik seines Gegenübers erkennen und ist damit quasi Experte auf diesem Gebiet. Zu Männern ist Pepper im Übrigen nicht weniger sexistisch – ihnen zeigt er bevorzugt den Weg zum Bier mit den kleinen Preisen.

Deutlich geschickter in Sachen Kundenwunsch stellen sich da Onlineriesen wie Alibaba und Amazon an, die der versammelten deutschen Einkaufselite erklärten, wie sie die Bedürfnisse ihrer Konsumenten künftig erfüllen wollen. Dabei gehen beide Konzerne durchaus unterschiedliche Wege. Zeigte Terry von Bibra, General Manager Europe beim chinesischen E-Commerce-Giganten Alibaba, eine Welt, in der alle zur Verfügung stehenden Kanäle durch das Smartphone zusammengehalten werden, möchte sich der AmazonFresh-Verantwortliche Dr. Florian Baumgartner auf die universellen Wünsche seiner Kunden konzentrieren. Demnach werden wir uns als Konsumenten immer über eine große Auswahl und kleine Preise freuen – egal ob mit oder ohne mobiles Endgerät.

Ob auch die übrigen Anbieter es schaffen werden, die Wünsche des Kunden in Sachen Einkaufen, Services und Belieferung in den Mittelpunkt zu stellen, bleibt allerdings abzuwarten. Wie der Geschäftsführer des Gottlieb Duttweiler Instituts, Dr. David Bosshart, in seiner Keynote treffend bemerkte, sind dazu nicht nur gute Konzepte notwendig. Es käme auch auf hohe Datenqualität und die entsprechende Logistik an. In dieser Hinsicht geht es dem Schweizer Experten im Übrigen ums Detail. Wer seine Kunden zukünftig genauso schnell beliefern möchte, wie diese den „Kaufen“-Button gedrückt haben, sollte auf die Letzte Meile und den „Letzten Zoll“ achten. Ganz zu schweigen von der wachsenden Mobile-Affinität des Konsumenten. Diese ist laut Terry von Bibra in Deutschland allerdings ausbaufähig. Sein Smartphone-Shopping-Konzept setzt der Alibaba-Mann deshalb zur Sicherheit auch erst mal nur in China um. Mehr dazu lesen Sie in unserer News der Woche.

Einen wunschlos glücklichen Start in den Tag wünscht

Sandra Lehmann
Redakteurin LOGISTIK HEUTE
 
PS: Wer nicht nur Inspiration zum zukünftigen Kaufverhalten, sondern für eine gelungene Supply Chain sucht, ist auf der EXCHAiNGE 2017 gut aufgehoben. Am 26. und 27. September 2017 erklären dort unter anderem Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts, und Prof. Dr. Michael Henke vom Fraunhofer IML, warum eine stabile und resiliente Lieferkette der Schlüssel zum Erfolg sein kann. Informationen zur Teilnahme finden Sie hier »

Sandra Lehmann
Redakteurin

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