Gesperrte Rheintalbahn – Verlagern die Verlader Lkw-Transporte wieder zurück?

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Guten Tag, der Sommer ist gemeinhin eine Zeit der Umleitungen. Und damit ist jetzt nicht gemeint, dass man an heißen Tagen selbst gern mal einen Gang zurückschaltet. Vielmehr wird das Vorankommen durch aufgerissene Straßen, gesperrte Ortsdurchfahrten oder Erneuerungen der Infrastruktur erschwert. Man nutzt die günstige Witterung und die Ferienzeit, um nicht nur neue, sondern freilich auch bessere Wege zu schaffen. Das ist auf der Straße nicht anders als auf der Schiene.

Wie spektakulär ein solches Ansinnen in die Hose gehen kann und welche folgenschweren Auswirkungen das wiederum auf den Güter- und Personenverkehr hat, zeigt momentan sehr eindrucksvoll das Beispiel Rheintalbahn. Ausgebaut sollte sie werden, damit auf dieser viel befahrenen Strecke zwischen Basel und Karlsruhe künftig mehr Durchsatz und weniger Stau herrschen. Nach einem Bauunfall ist da jetzt leider nur eines: Stillstand auf allen Gleisen – und das bis Anfang Oktober (siehe News der Woche).

Dass momentan kein einziger Zug über eine der wichtigsten Nord-Süd-Hauptstrecken Europas rollt, liegt ironischerweise an dem Unternehmen, das die Kapazitäten der Strecke eigentlich verbessern wollte. Denn leider hat es die Deutsche Bahn versäumt, für unvorhergesehene Ereignisse wie Unfälle einen Notfallplan zu entwickeln. Das Ergebnis: Logistikdienstleister und Güterverkehrsunternehmen versuchen, kurzfristig ihre Waren von den deutschen Seehäfen nach Italien, in die Schweiz oder retour zu bringen. Zustände, bei denen sich vor allem der Straßengüterverkehr die Hände reiben darf – denn außer dem Lkw und ein paar Binnenschiffen bleiben den Unternehmen so gut wie keine Transportalternativen.

Ob insbesondere kleine Dienstleister und mittelständische Firmen nach dem Fiasko noch mal auf die Schiene zurückgreifen, bleibt abzuwarten. Was die Deutsche Bahn im Konzernergebnis relativ wenig tangieren wird, könnte sich für all jene, die in den vergangenen Jahren aus berechtigten Gründen für eine Verlagerung auf die Schiene getrommelt haben, zum Super-GAU entwickeln. Denn Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit haben in der Logistik noch immer höchste Priorität. Aber damit hatte der Staatskonzern Deutsche Bahn ja schon immer so seine Schwierigkeiten.

Einen störungsfreien Start in den Tag wünscht
 
Sandra Lehmann
Redakteurin LOGISTIK HEUTE

Sandra Lehmann
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