Gesetzesinitiative: Menschenrechte in der Lieferkette

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Guten Tag, Berichte über Kinderarbeit, Dumpinglöhne oder gar Fabrikbrände in Entwicklungsländern bringen die Produktionsbedingungen für „Fast Fashion“ oder Billigelektronik regelmäßig in das Bewusstsein der Verbraucher. Sie werfen aber auch die Frage nach der Verantwortung der Auftraggeber, denen die regionalen Unternehmen zuliefern, auf. Sollten mächtige, finanzstarke Konzerne nicht für die Einhaltung bestimmter Mindeststandards haften?    

Aktuell gewinnt die Frage nach der Haftung entlang der Lieferkette auch vonseiten des Gesetzgebers an Dynamik. Bisher hatte die Politik im Rahmen des „Nationalen Aktionsplane für Wirtschaft und Menschenrechte“ von 2016 zwar von Unternehmen erwartet, ihre menschenrechtliche Sorgfaltspflicht auch in Bezug auf Zulieferer wahrzunehmen – dabei aber auf Freiwilligkeit gesetzt. Damit soll nun Schluss sein.

So wollen Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales, und sein für Entwicklungshilfe zuständiger Amtskollege Gerd Müller (CSU) einen Gesetzesentwurf zur Einhaltung von Standards in der globalen Produktion erarbeiten. „Wir haben mit Hilfe einer Befragung untersucht, in welchem Ausmaß sich international tätige Unternehmen bereits um sozial und ökologisch nachhaltige Lieferketten bemühen“, sagte Hubertus Heil gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Die Ergebnisse sind ernüchternd. Deshalb müssen wir handeln.“

So unterstützenswert die Initiative der beiden Minister von ethischer Seite ist, so herausfordernd könnte sich die Umsetzung in der Praxis gestalten. Angesichts der Komplexität moderner Lieferketten ist die durchgängige Compliance mit Menschenrechts- oder Nachhaltigkeitsrichtlinien alles andere als trivial. Nicht umsonst widmen sich bereits spezialisierte Plattform- und Rating-Anbieter dem Thema. Doch diesen Aufwand sollten uns die Umwelt und unsere Mitmenschen wert sein.

Mehr zu der Gesetzesinitiative lesen Sie in unserer News der Woche.

Viel Vergnügen bei der Lektüre

Therese Meitinger

Redakteurin LOGISTIK HEUTE

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