Elbvertiefung: Dagegen ist (k)ein Kraut gewachsen

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Guten Tag, für eine bisher so gut wie unbeachtete Pflanzenart hat es der Schierlings-Wasserfenchel weit gebracht. Die Sumpfpflanze ist seit vergangenem Donnerstag dank Spiegel, Tagesschau & Co. nicht nur der gesamten Republik bekannt, sondern gilt auch als offizieller Verhinderer eines der größten Infrastrukturprojekte Hamburgs: der seit mehreren Jahren geplanten Elbvertiefung.

Damit tun Kritiker dem seltenen Gewächs allerdings Unrecht. Denn dass das Ausbaggern der Elbe nicht wie geplant stattfinden kann, ist letztlich die Schuld der Hamburger Behörden und jener Unternehmen, die von der Vertiefung profitieren möchten. Immerhin war man aufseiten der Befürworter felsenfest überzeugt, dass die Richter dem Erhalt Hunderttausender Arbeitsplätze mehr Gewicht beimessen würden als dem Schutz einer einzelnen Art. Daher nahm man es mit den eigenen Vorkehrungen nicht mehr so genau.

Eine arrogante Haltung, die dem Hamburger Hafen nun zum Verhängnis werden könnte. Bereits Minuten nach dem Urteil stürzte der Börsenkurs der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) ab. Und auch die Jahreszahlen des Unternehmens zeigen, dass eine Vertiefung der Elbe und der damit verbundene Wettbewerbsvorteil dringend notwendig sind, damit der Standort nicht absäuft. Die Mängel der eigenen Planung so rasch und dieses Mal so gründlich wie möglich zu beseitigen, ist den Projektverantwortlichen also dringend zu raten.

Trotzdem sollte der Urteilsspruch nicht als Sieg der Umweltverbände missverstanden werden, die gegen die Behörden der Hansestadt ins Feld gezogen sind. Im Gegenteil: Die Statements beider Seiten nach der Entscheidung der Richter zeigen, dass in dieser Sache leider niemand gewonnen hat. Schon allein, weil keiner der beiden Streithähne etwas aus dem Verfahren gelernt zu haben scheint. Die Befürworter legen das Urteil als eine missliche, aber letztlich nicht kriegsentscheidende Schlappe aus, wohingegen die Gegner den Richterspruch zum Anlass nehmen, weiter gegen das Projekt als solches zu wettern. Dabei ist nicht auszuschließen, dass beide Parteien schon am Ziel sein könnten, wenn sie intensiver miteinander kommuniziert hätten.

Alle Hintergründe zur geplanten Elbvertiefung und die Statements der Beteiligten lesen Sie in unserer News der Woche.
 
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MfG
Sandra Lehmann
Redakteurin LOGISTIK HEUTE

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Sandra Lehmann
Redakteurin

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