Amazons Express-Revolution und ihre Auswirkungen

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Guten Tag,

in München verbreitete sich vor einiger Zeit in der Lokalpresse eine aufregende Nachricht über neue Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt. Die Zeitungen schrieben über eine Verbesserung, die vielen das Besorgen von Käse, Schokoriegel, WC-Reiniger, Zahnpasta und dergleichen erleichtern würde. Es handelte sich dabei um einen neuen Supermarkt am Hauptbahnhof, der bis 23 Uhr geöffnet ist. Was in Berlin und den meisten anderen Bundesländern zur Normalität gehört, ist im Freistaat mit seinem strikten Ladenschlussgesetz eine kleine Sensation. In der Millionenstadt München gibt es nur eine Handvoll Möglichkeiten, nach 20 Uhr Lebensmittel zu kaufen. In anderer Hinsicht ist die Stadt jedoch eine der fortschrittlichsten, was das Einkaufen angeht. Und da wird es für Logistiker interessant.
Vor einigen Monaten startete Amazon in München und in Berlin seinen Express-Lieferdienst Prime Now, der Lebensmittel und andere Artikel innerhalb einer Stunde liefert. Die Nachricht hat in der Münchner Lokalpresse keine ganz so hohen Wellen geschlagen wie der neue Supermarkt am Hauptbahnhof. Aber für den Lebensmittel-Einzelhandel bedeutet der neue Dienst bald eine gewaltige Umwälzung. Das sagt zumindest eine Analyse der Managementberatung Oliver Wyman. Denn Prime Now liefert Lebensmittel sowie Haushaltsartikel und wird so zur Alternative zum täglichen Einkauf im Supermarkt. 40.000 Arbeitsplätze sollen dadurch mittelfristig vom stationären Handel in den Onlinehandel abwandern, besagt die Oliver-Wyman-Studie. Wie sich die Umsätze laut Studie verändern, wie viele Supermärkte gefährdet sind und wie sie sich dem Konkurrenzkampf stellen können, lesen Sie in der News der Woche.

Eine erkenntnisreiche Lektüre wünscht Ihnen

László Dobos
Redakteur LOGISTIK HEUTE

PS: Oliver Wyman schätzt den Jahresumsatz mit Lebensmitteln im Onlinehandel im Großraum München schon heute auf 40 bis 50 Millionen Euro und sieht gewaltige Wachstumspotenziale. Kein Wunder: Von Prime Now bekommt der Münchner auch spätabends Lebensmittel geliefert. Und dafür muss er nicht einmal zum Hauptbahnhof tigern.

Redaktion (allg.)

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