3D-Druck: Welches Land hat die Nase vorn?

Editorial Newsletter LOGISTIK HEUTE weekly

Guten Tag, nachdem diese Woche die Europäische Kommission eine Rekordgeldbuße gegen mehrere Lkw-Hersteller wegen illegaler Preisabsprachen für Neufahrzeuge verhängt hat, wäre es an dieser Stelle ein Einfaches, den Zeigefinger zu erheben und oberlehrerhaft zu mahnen. Lass ich lieber sein. Haben andere schon gemacht. Ist für mich gegessen.
 
Ich finde in diesen warmen Tagen ein anderes Thema heiß: 3D-Druck. Eine Umfrage von Ernst & Young zeigt, dass deutsche Unternehmen führend bei der additiven Fertigung sind. 37 Prozent der befragten deutschen Firmenvertreter nutzen laut der Studie 3D-Drucker. Damit liegt Deutschland weit vor den Industrienationen Südkorea, China und den USA (siehe News der Woche)!
 
Ein weiteres Ergebnis: Zwischen Flensburg und Garmisch wird mit Produkten aus 3D-Druckern ein Umsatz von fast einer Milliarde Euro generiert. In Zeiten, in denen hierzulande viele vor Amazon und Google niederknien, ist das eine gute Nachricht für den Industriestandort Deutschland.
 
Was mich an der Sache vor allem beeindruckt: die Geschwindigkeit der Entwicklung. Die Drucker werden immer besser. Vor einigen Jahren haben wir noch gelacht, als Meldungen durchs Netz geisterten, dass man Pizzas und Kinderspielzeug günstig drucken könne. Aber inzwischen ist die Qualität der ausgedruckten Teile von Autobauern oder Flugzeugherstellern enorm gestiegen. Ich erinnere mich noch gut an ein LOGISTIK HEUTE-Forum auf der Münchner Fachmesse transport logistic 2013. Damals belächelten ein paar Logistikdienstleister das Thema 3D-Druck. Inzwischen verdienen einige mit Ersatzteilen aus 3D-Druckern gutes Geld – etwa Branchenriese UPS. Und wer sich unlängst auf den Fachmessen LogiMAT und CeMAT umgesehen hat, konnte sehen, dass beispielsweise Prototypen für Transport-Drohnen oder der „Rack-Racer“ des Dortmunder Fraunhofer IML zum größten Teil aus dem 3D-Drucker stammten.
 
Was mir noch ins Auge gestoßen ist: Ausgerechnet der diese Woche viel gescholtene Daimler-Konzern hat vor einigen Tagen verkündet, dass 30 verschiedene Ersatzteile für Lkw ab September „on demand“ aus 3D-Druckern „in beliebiger Stückzahl und Originalqualität“ bestellt werden können. Ich vermute mal schwer, die Zahl wird sich bald erhöhen.
 
Falls Sie mehr zu dem Thema Ersatzteile aus dem 3D-Drucker wissen wollen, kann ich Ihnen das LOGISTIK HEUTE-Forum am 29. und 30. September 2016 in Frankfurt am Main empfehlen. Dafür konnte ich unter anderem J. Felix Beck, Head of Logistics Center and Logistics Planning, MAN Truck & Bus AG, als einen von sieben Referenten gewinnen. Sein Thema lautet: MAN druckt. Mehr Infos zur Veranstaltung finden Sie hier.
 
Ob Sie schon drucken oder (noch) nicht: Ich wünsche Ihnen einen entspannten Start in einen heißen Tag. Es grüßt Sie herzlich

Thilo Jörgl
Chefredakteur LOGISTIK HEUTE

Thilo Jörgl
ehem. Chefredakteur (bis 2018)

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