Sourcing: Kaufen Unternehmen künftig wieder mehr beim Nachbarn ein?

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Guten Tag, seit Beginn der Coronakrise wird in Medien aller Art ja gern darüber spekuliert, welche Auswirkungen die Pandemie auf unterschiedliche Branchen, die Wirtschaft, unsere Gesundheit und die Gesellschaft als solche hat. Nach Monaten der Einschränkung zeichnen Studien und Umfragen nun ein erstes Bild von negativen wie positiven Umwälzungen, die Stück für Stück die „Neue Normalität“ ausmachen. So fand etwa die Bertelsmann Stiftung in einer im August veröffentlichten Studie heraus, dass durch die Krise der Zusammenhalt in der Bevölkerung gewachsen ist.

Aber nicht nur unsere Gesellschaft muss sich mit Veränderungen auseinandersetzen. Auch in Industrie, Logistik und Einkauf hat die Coronapandemie bisherige Gewissheiten und Abläufe ins Wanken gebracht. So wurden durch den Lockdown etwa auch die meisten weltweiten Lieferketten in Mitleidenschaft gezogen. Von einem Tag auf den anderen waren Wege für Rohstoffe und Waren aus China und vielen weiteren Ländern abgeschnitten. Eine Entwicklung, die offensichtlich einen bleibenden Eindruck bei Einkäufern deutscher Unternehmen hinterlassen hat.

Wie der B2B-Plattformanbieter Visable gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut YouGov in einer Umfrage herausfand, ist es für rund ein Fünftel der 541 Befragten im Zuge der Krise wichtiger geworden, Waren bei regionalen und nationalen Anbietern einzukaufen oder in einem benachbarten europäischen Land. Laut Visable liegt der Grund dafür vor allem in den kürzeren Wegen. Dieser Vorteil, so der Plattformanbieter, rangiere momentan sogar vor dem Kriterium des Einkaufspreises. Zwölf Prozent der Umfrageteilnehmer vermeiden das Sourcing in den USA und Asien seit der Pandemie sogar ganz.

Kehren also Unternehmen wieder dazu zurück, mehr beim Nachbarn einzukaufen? Wie valide der Trend der Visable-Umfrage ist und welche Lieferwege künftig den Vorzug erhalten, wird sich erst noch erweisen müssen. Abhängen wird diese Entwicklung sicherlich auch davon, wie sich die Pandemie weiterhin auf das globale Logistik- und Transportgeschäft sowie produzierende Unternehmen und Handelshäuser auswirkt.

Ob die Umfrageteilnehmer neben dem Sourcing auch Pandemieeffekte für die Digitalisierung sehen, lesen Sie in unserer News der Woche.

Eine erkenntnisreiche Lektüre wünscht

Sandra Lehmann
Redakteurin LOGISTIK HEUTE

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