SCM: Birgt China ein unterschätztes Lieferketten-Risiko?

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Guten Tag, wie global vernetzt die Lieferketten von Unternehmen und Volkswirtschaften mittlerweile sind, hat die Coronapandemie uns anschaulich vor Augen geführt. Besonders greifbar wurde das immer dann, wenn der Warenverkehr auf Hindernisse traf, die zunächst nicht oder nur über großen Umwegen zu umgehen waren. Neben der Blockade des Suezkanals und dem Rückstau in amerikanischen Häfen war das im vergangenen Jahr zum Beispiel bei den coronabedingten (Teil-)Schließungen der chinesischen Containerhäfen Yantian und Ningbo der Fall. Das band viele Container, ließ die Frachtraten und Verspätungen sprunghaft steigen – und ließ viele über kürzere und regionalere Lieferketten nachdenken.

„In einer global vernetzten Wirtschaft liegt immer eine gewisse Unwägbarkeit in der Tatsache, dass viele Länder das Virus sehr unterschiedlich managen“, sagt Alexander Nowroth, Managing Partner der Lebenswerk Consulting Group, gegenüber LOGISTIK HEUTE. Das Reich der Mitte erholte sich – auch dank der strikten No-Covid-Strategie – schneller als andere Nationen von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Doch die in China gefertigten Waren zu Auftraggebern oder Abnehmern in anderen Ländern zu bringen, nimmt immer noch sehr viel Zeit in Anspruch: Der „Ocean Timeliness Indicator“ (OTI) des Anbieters Flexport, der die durchschnittliche Zeit misst, die für den Versand von Containern von Lieferanten in Asien bis zur Abwicklung in Häfen in Nordamerika beziehungsweise in Europa benötigt wird, lag am 20. Dezember 2021 bei jeweils mehr als 100 Tagen. Das dürfte so einige Importeure zum Nachdenken bringen.

Hinzu kommt, dass die chinesische No-Covid-Strategie Risiken mit sich bringen könnte, die bisher noch wenig Beachtung fanden. Welche das sind und was die Omikron-Variante damit zu tun hat, lesen Sie in unserer News der Woche.

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Therese Meitinger
Redakteurin LOGISTIK HEUTE

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