Pandemien: Das immer noch unterschätzte Logistik-Risiko

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Guten Tag, die Coronapandemie hat uns alle überrascht: Nur wenige Ereignisse haben in Wirtschaft und Gesellschaft zu vergleichbaren Beeinträchtigungen geführt. Die Stresstests, denen sich Lieferketten angesichts stark schwankender Nachfrage und Lieferantenausfällen ausgesetzt sahen, sind allgemein bekannt. Sind sie auch unvermeidlich? Nicht unbedingt. Pandemien sind schließlich kein Einzelfall. Allein im 21. Jahrhundert traten bereits mehrere Epidemien und Pandemien auf – wie etwa die SARS-Krise 2002/2003 oder die weltweite Grippewelle 2017/2018.

Wer weiß, dass bestimmte Szenarien sich wiederholen können, kann sich vorbereiten. Dass das Umdenken in Sachen Pandemie jedoch erst langsam einsetzt, legt die aktuelle Logistikumfrage des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) nahe: Weniger als 30 Prozent der zwischen Mai und Juli befragten Unternehmen gaben an, in ihren Risikoplänen Pandemien als eigenständiges Szenario zu berücksichtigen. Von diesen wiederum hatte nur jedes vierte Unternehmen entsprechende Maßnahmenpläne für die eigenen Supply Chains entwickelt.

Ob die Politik hier zum Vorreiter wird? Zumindest hat das Bundesinnenministerium bereits im Jahr 2012 unter fachlicher Federführung des Robert Koch-Instituts das Szenario „Pandemie durch Virus Modi-SARS“ untersucht. Und die Bundesregierung scheint aus der aktuellen Situation gelernt zu haben: Schließlich entwickelte sie jüngst einen Pandemieplan, der den Güterverkehr im Krisenfall europaweit absichern soll – nationale Beauftragte und Green-Lane-Apps inklusive. Der innerhalb der Ressorts bereits abgestimmte Entwurf soll am 28. September beim Treffen der EU-Verkehrsminister präsentiert werden. Mehr dazu lesen Sie in unserer News der Woche.

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Therese Meitinger
Redakteurin LOGISTIK HEUTE

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