Nach der Blockade des Suezkanals: Risikofaktor Containerschiff

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Guten Tag, um 1.500 Prozent ist die Containerkapazität von Schiffen in den vergangenen 50 Jahren gestiegen, allein im letzten Jahrzehnt hat sie sich verdoppelt. Was das bedeuten kann, hat zuletzt ein 224.000 Tonnen schweres Schiff gezeigt, das mit seinen 400 Metern Länge über fast eine Woche den Suezkanal blockierte. Damit verursachte es einen Verkehrsinfarkt der besonderen Art. Die „Ever Given“, die bis zu 20.000 Container transportieren kann, gehört zu dem einen Prozent der größten Schiffe auf dem Meer. Bereits seit geraumer Zeit warnen Experten aus der Bergungsbranche davor, dass Containerschiffe zu groß werden, um Havarien noch wirtschaftlich bewältigen zu können.

Von Letzterem kann in der Tat keine Rede sein: Die Blockade des Suez-Kanals, über den rund zwölf Prozent des Welthandels abgewickelt werden, hat laut Schätzungen von Llyod’s List einen Schaden von 400 Millionen Dollar verursacht – und zwar pro Stunde. Jetzt, wo der Verkehrsweg wieder freigelegt ist, drohen die Zielhäfen von vielen mehr oder weniger gleichzeitig ankommenden Schiffen überlaufen zu werden. Das alles dem Trend zu „Mega-Schiffen“ anzulasten, ist sicher zu kurz gedacht – schließlich ist er nur Teil eines globalisierten Wirtschaftssystems mit seinen neuralgischen und eben auch anfälligen Verkehrsknotenpunkten.

Ob sich daran im Nachgang der Blockade Grundlegendes ändern wird, darf bezweifelt werden. In jedem Fall rückt die Havarie im Suezkanal die Bedeutung des Supply Chain Risiko Managements in den Vordergrund. Wer Transparenz in seinen Lieferketten schafft und Alternativszenarien erarbeitet, ist vom nächsten Verkehrsinfarkt weniger getroffen. Mehr zu den Auswirkungen der Havarie der Ever Given auf globale Lieferketten lesen Sie in unserer News der Woche.

Eine aufschlussreiche Lektüre wünscht Ihnen

Therese Meitinger

Redakteurin LOGISTIK HEUTE

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