Globalisierung: Wie regional wird es wirklich?

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Guten Tag, Materialmangel, Engpässe – und erst einmal kein Ende in Sicht: Am 30. November – also in Sichtweite des Weihnachtsfests – meldete das Münchener Ifo-Institut, dass sich die Lieferprobleme im Einzelhandel verschärft haben: Umfragen ergaben, dass 77,8 Prozent der Einzelhändler im November nicht alle bestellten Waren geliefert bekommen hatten. Im Oktober waren es noch 60 Prozent gewesen. Im Spielzeugeinzelhandel berichteten in der aktuellen Umfrage gar alle teilnehmenden Unternehmen von Problemen.

„Manche Stelle im Regal wird zu Weihnachten wohl leer bleiben“, so der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe, gegenüber der Presse. „Die Verbraucher müssen eine gewisse Flexibilität bei Weihnachtsgeschenken mitbringen.“

Auch in der Industrie nahm der Materialmangel zu: Hier klagten 74,4 Prozent der Firmen über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Es sei immer noch „Sand im Getriebe der weltweiten Logistik“, sagte Wohlrabe mit Blick auf die vielfach verzögerten Schiffslieferungen.

Angesichts der zahlreichen Verwerfungen, denen sich Lieferketten in den letzten Monaten ausgesetzt sahen, wurde viel über Resilienz und regionalere Supply Chains diskutiert. Abhängigkeiten aus dem Asienhandel, die etwa bei Halbleitern massiv sind, werden zunehmend kritisch gesehen.  Die EU hat sich etwa zum Ziel gesetzt, eine europäische Chip-Infrastruktur aufzubauen.

Doch wird die Beschaffung wirklich regionaler? Die Studie „DHL Global Connectedness Index“ legt nahe, dass eine Trendwende hier (noch) nicht erfolgt ist: Vielmehr sei der internationale Warenhandel im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten deutlich angestiegen.

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Therese Meitinger
Redakteurin LOGISTIK HEUTE

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