GDL-Streik: Was der Ausstand im Schienengüterverkehr für die Industrie bedeutet

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Guten Tag, wenn jemand einen Fehler einräumt, ist das in der Regel ein gutes Zeichen für zwei Dinge: Erstens man sieht ein, dass man falsch lag, zweitens man rückt den Missstand gerade. Bei Claus Weselsky, dem Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), ist leider mit beidem vorerst nicht zu rechnen.

Der 65-Jährige hatte am Montag dieser Woche einen neuen Bahnstreik im Güter- und Personenverkehr angekündigt, der seit Mittwochabend läuft. Dabei argumentierte der Gewerkschafter, dass die Deutsche Bahn der GDL insbesondere bei der Umsetzung der geforderten 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich nicht ausreichend entgegenkomme. Die beiden Schlichter Daniel Günther (CDU) und Dr. Thomas de Maizière (CDU), die eine Einigung der Streikparteien unterstützen sollen, hatten jedoch bereits zuvor den Vorschlag einer 36-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich unterbreitet. Dem wollte die Deutsche Bahn eigenen Angaben zufolge stattgeben.

Nun wird dennoch gestreikt. Und es soll nicht der letzte Arbeitskampf der GDL in dieser Tarifrunde bleiben. Weselsky kündigte an, sogenannte Wellenstreiks zu vollziehen – also Arbeitsniederlegungen ohne zeitlichen Vorlauf.

In gewisser Weise ist es verständlich, dass der GDL-Chef als derjenige Gewerkschafter in die Geschichte eingehen will, der eine Maximalforderung durchgedrückt hat. Da Weselsky allerdings im Sommer in den Ruhestand tritt, bleibt zu hoffen, dass er sich nicht als derjenige in die Annalen einträgt, der seinen Mitgliedern, den Bahnreisenden und dem Schienengüterverkehr einen ungelösten Tarifkonflikt und damit maximales Chaos hinterlassen hat.

Welche Auswirkungen der aktuelle Streik im Schienenverkehr auf die deutsche Wirtschaft haben könnte, lesen Sie in unserer News der Woche.

Eine erkenntnisreiche Lektüre wünscht

Sandra Lehmann
Redakteurin LOGISTIK HEUTE

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