Brexit-Verhandlungen: Wetten, dass …?

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Guten Tag, hierzulande dürften ab dem 2. November weitere Corona-Beschränkungen nicht zuletzt die Logistikprozesse beeinflussen. Unabhängig von der Pandemie endet am 31. Dezember auch die Übergangszeit geregelter Handelsbeziehungen zwischen der EU und Großbritannien. Der Brexit kommt. Ob es ein harter oder weicher Brexit wird, das ist nach wie vor offen, denn die Verhandlungen zwischen den beiden Wirtschaftsräumen sind festgefahren. Glaubt man Regierungsinsidern, die der englische „Observer“ am Wochenende zitierte, steckt hinter der Blockade Kalkül: Premierminister Boris Johnson soll die Verhandlungen bewusst verzögern, um den Ausgang der US-Wahlen abzuwarten. Gehe dabei Donald Trump als Sieger hervor, strebe er einen Handelsvertrag mit den USA an – und einen Hard Brexit für die EU. Gewännen die Demokraten, werde er sich den Europäern gegenüber kompromissbereiter zeigen.

Auch wenn Boris Johnson entsprechende Berichte mittlerweile dementiert hat, bleibt ein mulmiges Gefühl zurück: Als Einsatz sind die Kosten eines harten Brexits einfach viel zu hoch. Verlieren würden dabei vor allem die Briten. Der Kreditversicherer Euler Hermes hat in einer am 27. Oktober veröffentlichten Studie die möglichen volkswirtschaftlichen Folgekosten untersucht. Für die Briten stehen demnach bis zu 15 Prozent der Exporte in die EU (Volumen) und damit bereits 2021 13,7 Milliarden Euro auf dem Spiel. Deutschland drohen der Studie zufolge mit 8,2 Milliarden Euro die größten Exportverluste in der EU, gefolgt von den Niederlanden mit 4,8 Milliarden Euro und Frankreich mit 3,6 Milliarden Euro.

Die Wahrscheinlichkeit eines harten Brexits gibt Euler Hermes übrigens mit 45 Prozent an. Worauf sich Unternehmen nach dem wie auch immer gearteten Ausscheiden Großbritanniens in jedem Fall einstellen müssen, beschreibt unsere News der Woche.

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Therese Meitinger
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