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Top-Themen der Logistik für 2022

Zuverlässige Lieferketten sind das Rückgrat der Industrie, doch in den vergangenen Monaten wurden sie wiederholt gestört. Unternehmen, die technologische Entwicklungen im Blick behalten und ihre Digitalisierung vorantreiben, tun sich leichter, den wachsenden Herausforderungen in der Logistik zu trotzen. Der Aachener Optimierungsspezialist INFORM nennt die wichtigsten Trends.

Die Lieferketten der deutschen Unternehmen stehen seit Monaten unter Druck und die Wahrscheinlichkeit, dass sich das kurzfristig ändert, ist eher gering. INFORM erläutert, welche Entwicklungen helfen können, Lieferketten robuster und nachhaltiger zu gestalten, und das Jahr 2022 prägen werden:

  1. Digitalisierung steigert die Resilienz: Die Pandemie beschleunigt laut einer aktuellen Studie in über der Hälfte der Industrieunternehmen die Digitalisierung von Logistik und Supply Chain Management1. Verantwortliche können agiler auf unerwartete Situation reagieren und so sich in der Supply Chain insgesamt resilienter aufstellen, zum Beispiel durch die vorausschauende Optimierung von Beständen oder Behälterverfügbarkeiten. Außerdem prognostizieren Echtzeit-Warnsysteme frühzeitig Engpässe und bieten Handlungsempfehlungen. Ergänzend können neue Frühwarnsysteme soziale Netzwerke überwachen, in denen häufig als erstes über Krisensituationen berichtet wird, was einen Zeitvorteil verschafft.
     
  2. Kooperationen bieten Wettbewerbsvorteile: Bislang setzen Unternehmen noch eher selten auf unternehmensübergreifende Kooperation. Doch eine Zusammenarbeit mit anderen Herstellern, Händlern oder Dienstleistern etwa in Transport, Produktion und Vorratshaltung schafft große Wettbewerbsvorteile. Der Informationsaustausch zu Beständen, Produktionsplänen, Behälterpools, Bedarfen und Absatzzahlen erlaubt eine genauere Planung und eine robustere Gestaltung von Lieferketten, da nicht nur die Perspektive eines einzelnen Unternehmens eingeschätzt wird. Die gemeinsame Planung von Warenströmen vermag darüber hinaus, Transportrouten und Transportkapazitäten besser auszulasten, was enorme Kostenvorteile bietet und das Erreichen von Nachhaltigkeitszielen erleichtert. Eine solche Zusammenarbeit setzt allerdings Vertrauen und Transparenz voraus – und digitale Technologien für einen reibungslosen Informationsaustausch und datengestütztes Controlling.
     
  3. Mitarbeiter rücken in den Fokus: Fachkräftemangel, Fluktuation und Digitalisierung machen ein Umdenken der Welt der Arbeit dringend nötig. Immerhin fehlen der Logistikbranche bereits heute allein 60.000 bis 80.000 Berufskraftfahrer2 sowie unzählige Disponenten und Lagermitarbeiter. Während der Pandemie hat eine digitale Personaleinsatzplanung schon vielen Unternehmen geholfen, optimal auf unerwartete Spitzen oder Mitarbeiterausfälle zu reagieren. Der Nutzen geht aber darüber hinaus: Durch den Einsatz intelligenter, digitaler Tools stellen sich Unternehmen mitarbeiterfreundlicher auf. Mitarbeiterinteressen lassen sich mit betrieblichen Anforderungen in Einklang bringen und die Möglichkeit zur Mitgestaltung nimmt zu. Damit streift „New Work“ das enge Korsett des Home-Office ab und rückt als „Digital Work“ auch für gewerbliche Mitarbeitende in greifbare Nähe. Es ließen sich sogar dort flexiblere Arbeitszeitmodelle umsetzen, wo bislang klar geregelte Schichtarbeit gegolten hat.
     
  4. Hybride Flotten verbessern die Intralogistik: Die meisten Industriebetriebe setzen bei internen Werkstransporten noch vor allem auf Stapler. Fahrerlose Transportsysteme (FTS) kommen zwar in immer mehr Bereichen zum Einsatz3, doch mangelnde Kompatibilität der Kommunikation und Steuerung unterschiedlicher FTS untereinander bzw. zwischen FTS und Transportmitteln mit menschlichen Fahrern hemmt den effizienten Einsatz. Damit steht und fällt der Erfolg von FTS mit dem Einsatz eines Transportleitsystems, das die FTS sowie manuell gesteuerte Flurfördermittel vernetzt und aus einer Meta-Perspektive alle Fahrzeuge steuern kann. In Form der VDA 5050 ist dafür eine standardisierte Schnittstelle zur Kommunikation der autonomen Fahrzeuge mit einer solchen Leitsteuerung vorhanden, die Unternehmen nutzen sollten. Schließlich sind FTS nicht für jede Art von Transportgut geeignet, etwa wenn die Behälter nicht dem Standard entsprechen. So ist eine hybride Fahrzeugflotte mit einem in Echtzeit arbeitenden Transportleitsystem oft die beste Lösung, damit das gesamte Auftragsnetz optimal funktioniert und möglichst wenig Leerfahren anfallen.
     
  5. Nachhaltigkeit wird zum Muss: Sowohl der Kundenwunsch nach umweltfreundlichen und zu fairen Bedingungen hergestellten Produkten als auch das neue Lieferkettengesetz machen eine nachhaltige Logistik für Unternehmen unabdingbar. Sie müssen nicht nur über die Arbeitsbedingungen innerhalb eigener Lieferketten und bei unmittelbaren Zulieferern wachen, sondern auch auf Verfehlungen bei nachgelagerten Lieferanten reagieren. Zudem erwächst die CO2-Belastung von Vorprodukten und Zukaufteilen neben dem Preis und der Lieferzeit zu einem zunehmend wichtigem Faktor bei der Angebotsauswahl. Ein intelligentes Lieferantenmanagement, das Umweltaspekte berücksichtigt, wird damit zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

„Die Herausforderungen in der Logistik werden 2022 nicht kleiner, doch mit innovativen digitalen Lösungen begegnen Unternehmen ihnen erfolgreich und stellen sich resilienter, nachhaltiger und mitarbeiterfreundlicher auf“,

erläutert Matthias Berlit, Geschäftsführer bei INFORM. „Wer jetzt nicht die Chance ergreift und Digitalisierungsprojekte anstößt, verzichtet auf Wettbewerbsvorteile und wird in den nächsten Jahren von der Konkurrenz abgehängt.“

1 www.inform-software.de/supply-chain-management/trendreport-digitalisierung
2 www.bgl-ev.de/web/medien/presse/article_archiv.htm&news=3501&year=2021
3 www.inform-software.de/news/news-details/news/werkslogistik-studie-von-inform-macht-hoffnung-auf-zunehmende-digitalisierung

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